Einbruchschutz in der dunklen Jahreszeit

Wie Sie sich schützen können

Der 30. Oktober war der „Tag des Einbruchschutzes“ – denn mit Beginn der dunklen Jahreszeit steigen die Einbruchdelikte drastisch an. Tatzahlen erreichen bereits jetzt immer neue Rekordhöhen: Alle 3 Minuten wird ein Bürger zum Einbruchopfer.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche erreicht traurige Rekordwerte, und das bereits vor der nahenden „dunklen Jahreszeit“ mit ihren rasant ansteigenden Tatzahlen. Die gemeldeten Delikte nahmen innerhalb der letzten fünf Jahre um 35 % zu, auch die durchschnittliche Schadensumme pro Einbruch stieg mit 3.250 Euro auf neue Rekordhöhen.

Allein die versicherten Schäden summieren sich aktuell auf fast eine halbe Milliarde Euro im Jahr. Der schlimmste Aspekt unter all diesen Schreckensmeldungen ist jedoch:
Durch das gewaltsame Eindringen in den wichtigsten Rückzugs- und Wohlfühlort muss knapp ein Zehntel der betroffenen Bürger sogar umziehen, weil sie es in den so beeinträchtigten eigenen vier Wänden nicht mehr aushalten.

Trotz intensiver polizeilicher Ermittlungsarbeit liegt die Aufklärungsquote für Wohnungseinbrüche bei gerade einmal 15,2 %. Gründe hierfür sind u.a. die Zunahme reisender Profi-Tätergruppen.
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter bezeichnet Deutschland aufgrund der derzeitigen Entwicklungen als „Einbrecher-Eldorado“, die FAZ spricht von „goldenen Zeiten für Räuberbanden“. Prävention ist im Einbruchschutz also ganz entscheidend!

Wann?
Im Herbst und Winter kommt es zu einem deutlichen Anstieg der Tatzahlen. Häuser und Wohnungen bereits am Nachmittag beleuchten erkennen. Zusätzlich bieten die Phasen langer Dunkelheit den Kriminellen optimalen Schutz.
Entgegen häufig geäußerter Meinungen sind die Täter eher selten nachtaktiv – sie wollen keinesfalls entdeckt werden und kommen meist, wenn die Bewohner nicht zuhause sind. Polizeiliche Analysen für eine deutsche Großstadt belegen, dass 77 % der Langfinger zwischen 08:00 und 22:00 Uhr agieren. Während der Arbeitszeit, beim Einkauf während des Besuches bei Freunden oder beim Sport sind.
Einbrecher durchforsten soziale Netzwerke nach Statusmeldungen, die Abwesenheit signalisieren. Fotos vom Urlaub, Schnappschüsse vom Weihnachtsmarkt immer erst einstellen, wenn Sie wieder zuhause sind.

Wie?
Schon seit Jahren gelangen die Kriminellen auf die immer gleiche Art in Häuser und Wohnungen: Acht von zehn Einbrüchen in Einfamilienhäuser und fast die Hälfte der Einbrüche in Mehrfamilienhäuser gelingen durch die Fenster sowie Terrassen- oder Balkontüren, dabei werden Fenster fast nie eingeschlagen.
Es gibt sehr viel geräuschärmere und deutlich einfachere Methoden.
Einfach die Rollläden zu schließen hilft leider auch nicht, ihre Widerstandskraft gegen Einbrecher ist gering.
Auch Fenster in höher gelegenen Stockwerken sind gefährdet. Jede vor Ort verfügbare Kletterhilfe wie ein Balkon kann genutzt werden.
Hausgaragen oder Gartenhäuser, in denen Steighilfen wie Gartenmöbel oder Mülltonnen lagern, sollten immer abgeschlossen sein.
Liegen die Fenster außer Reichweite, beispielsweise bei höher gelegenen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, kommen Einbrecher durch die Türen. Auch die Standard-Türen, die in den meisten Wohnungen verbaut sind, lassen sich mit einem Schraubendreher viel zu leicht aufbrechen, der Rekord eines anerkannten Prüfingenieurs liegt bei einer Sekunde.
Zusätzlich zur mechanischen Absicherung empfehlen wir die Installation einer Alarmanlage und die Aufschaltung bei einem Sicherheitsdienstleister.

Einbrecher stoppen, einige Tipps
Licht kann helfen. Schon kostengünstige Zeitschaltuhren für Lampen oder auch das Radio sowie Bewegungsmelder für die Außenbeleuchtung schrecken zahlreiche Täter ab.
Während Weihnachtsurlauben etc. die Nachbarn bitten, den Briefkasten zu leeren und, wenn keine Rollläden mit Zeitschaltuhr verbaut sind.
Geben Sie keinen Hinweis auf Ihre Abwesenheit, auch nicht in den sozialen Netzwerken.
Lassen Sie bei Türen mit Glasfüllung den Schlüssel nicht innen stecken.
Schließen Sie alle Türen und Fenster, wenn Sie das Haus verlassen – keine Kippstellung.
Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner betätigen.
Überwachen Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung mit einer Alarmanlage.

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